Was kann ich tun? Unterstützung für Fachpersonen

Sie sind Ärztin oder Schulsozialarbeiter, Kindergärtner, Lehrerin oder Hebamme. Und Sie fragen sich: Was kann ich tun, um von weiblicher Genitalbeschneidung (FGM/C) betroffene Mädchen und Frauen zu unterstützen und gefährdete Mädchen zu schützen? Wie erkenne ich, ob jemand möglicherweise betroffen ist? Beim wem hole ich fachlichen Rat?

Weibliche Genitalbeschneidung (FGM/C) ist ein sehr sensibles Thema und der Umgang mit (potentiell) betroffenen Frauen und Mädchen nicht einfach. Es gibt kein Patentrezept, wie man als Fachperson vorzugehen hat. Jede Situation ist anders, jede Frau und jedes Mädchen hat eine eigene Geschichte und eigene Bedürfnisse. Nachfolgend finden Sie für den Umgang mit FGM/C in Ihrem beruflichen Alltag einige allgemeine Handlungsoptionen und Hilfestellungen.

Erwachsene – Umgang mit beschnittenen Frauen

Als Sozialarbeiterin hat mir eine frisch verheiratete Frau zu verstehen gegeben, dass sie beim Geschlechtsverkehr mit ihrem Mann Schmerzen hat.

Wie kann ich wissen, ob eine Frau möglicherweise beschnitten ist und was kann ich tun?

Welche Indikatoren weisen darauf hin, dass eine Frau möglicherweise beschnitten ist?

  • Die Frau stammt aus einem Land, einer Gemeinschaft, einer Familie, die FGM/C praktiziert. Wo wird FGM/C praktiziert?
  • Die Frau hat gesundheitliche Probleme, die mit weiblicher Genitalbeschneidung zusammenhängen könnten. Mehr Informationen zu den gesundheitlichen Folgen.
  • FGM/C ist in praktizierenden Gemeinschaften tabuisiert: Frauen sprechen das Thema kaum von sich aus an. Und viele haben keine Sexualaufklärung gehabt. Deshalb wissen Betroffene nicht immer, welche gesundheitlichen Probleme mit FGM/C zusammenhängen und ob sie überhaupt beschnitten sind (wenn die Beschneidung in sehr jungem Alter durchgeführt wurde).

Was kann ich tun?

Wissen: Informieren Sie sich und holen Sie sich fachliche Unterstützung bei den regionalen und nationalen Anlaufstellen des Netzwerks gegen Mädchenbeschneidung Schweiz.

Ansprechen: Je nach Situation, Ihrer Rolle als Fachperson und Beziehung zu der Frau sprechen Sie die Frau darauf an. Dabei sollten Sie in erster Linie zuhören und die Bedürfnisse und Wünsche der Betroffenen ins Zentrum stellen. Jeder Fall ist anders. Und nicht alle Betroffene haben Probleme. Als Fachperson (und idealerweise mit einer Vertrauensbeziehung) sollten Sie Unterstützung und Gesprächsbereitschaft signalisieren.

Unterstützung anbieten: Zeigen Sie auf, dass es Fachpersonen gibt, die bei Problemen helfen können. Vermitteln Sie den Zugang zu erfahrenen, spezialisierten weiblichen Fachpersonen (Gynäkologinnen, Hebammen, Fachpersonen der sexuellen Gesundheit, interkulturellen Vermittlerinnen, Multiplikatorinnen, Dolmetscherinnen etc.). Das Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung führt eine Liste von Anlaufstellen.

Minderjährige – Gefährdete Mädchen erkennen und schützen

Als Kindergärtner mache ich mir Sorgen, dass eines der Mädchen in den Sommerferien beschnitten wird.

Wie weiss ich, ob ein Mädchen möglicherweise gefährdet ist und was kann ich tun?

Welche Indikatoren weisen darauf hin, dass ein Mädchen möglicherweise gefährdet ist? (Liste nicht abschliessend)

  • Das Mädchen stammt aus einem Land, einer Gemeinschaft, einer Familie, die FGM/C praktiziert. Wo wird FGM/C praktiziert?
  • In der Familie wird FGM/C praktiziert (die Mutter, Schwester oder Cousine ist beschnitten; der Vater kommt aus einer Familie, die FGM/C praktiziert).
  • Die Familie gibt explizit die Absicht bekannt, dass sie ihre Tochter beschneiden will.
  • Die Familie äussert eine positive Haltung gegenüber FGM/C oder bagatellisiert das Thema.
  • Eine Reise ins Herkunftsland oder auch ein anderes Land ist geplant.
  • Das Mädchen erwähnt eine spezielle Behandlung oder Feierlichkeiten (im Herkunftsland, Ausland), und das Verbot, darüber zu sprechen.

Wie weiter?

Wissen: Informieren Sie sich und holen Sie sich fachliche Unterstützung bei den regionalen und nationalen Anlaufstellen des Netzwerks gegen Mädchenbeschneidung Schweiz.

Ansprechen: Je nach Situation, ihrer Rolle als Fachperson und der Beziehung zum Mädchen und zu den Eltern sprechen Sie das Mädchen und/oder die Eltern darauf an. Dabei sollten Sie zuerst zuhören und eine Vorverurteilung vermeiden. Jeder Fall ist anders. Als Fachperson signalisieren Sie Unterstützung und Gesprächsbereitschaft.

Ziel des Gesprächs: Das Wohl des Kindes steht im Zentrum. Versuchen Sie deshalb, eine Vertrauensbeziehung mit den Eltern aufzubauen und so die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu fördern. Ziel muss sein, Eltern und Familien darin zu bestärken, ihre Töchter vor FGM zu schützen. Dabei kann es auch darum gehen, Unterstützung anzubieten für den Umgang mit Druck aus der erweiterten Familie (auch aus dem Herkunftsland), die Tochter beschneiden zu lassen. Sollte sich herausstellen, dass das Mädchen bereits beschnitten ist, steht in einem ersten Schritt die Gesundheitsversorgung und Unterstützung des Mädchens im Zentrum. Lokale Anlaufstellen können dabei Unterstützung bieten.

Inhalt des Gesprächs: In einem Gespräch sollten Sie unter anderem vermitteln, ...

... dass Sie sich Sorgen um das Mädchen machen.

... dass FGM/C in der Schweiz als eine Körperverletzung und Kindeswohlgefährdung verstanden wird.

... dass jede Form von FGM/C in der Schweiz und in den meisten Ländern verboten ist. FGM/C ist in der Schweiz auch strafbar, wenn sie im Ausland durchgeführt wird.

... dass Erziehungsberechtige ihre Fürsorgepflichten verletzen, wenn sie ein Mädchen nicht vor einer Beschneidung schützen (wenn zum Beispiel das Mädchen beim Besuch bei Verwandten im Herkunftsland beschnitten würde).

... dass FGM/C gravierende gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann.

... dass Sie, wenn Sie weitere Schritte/Abklärungen planen, diese den Eltern und/oder dem Mädchen transparent kommunizieren.

MultiplikatorIn beiziehen: Ziehen Sie für Gespräche wann immer möglich eine Multiplikatorin oder eine interkulturelle Vermittlerin bei, die  zum Thema FGM/C geschult ist. Die nationalen Anlaufstellen können Sie mit solchen MultiplikatorInnen in Kontakt bringen.

Kindeswohlgefährdung: Als Fachperson handeln Sie wie bei anderen Formen von Kindeswohlgefährdung oder häuslicher Gewalt: Wenn sich der Verdacht einer Beschneidung erhärtet, nehmen Sie Kontakt mit der lokalen Kinderschutzgruppe auf und/oder machen eine Gefährdungsmeldung an die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Informieren Sie sich über die Handhabung des Amts- und Berufsgeheimnisses sowie Melderechte und -pflichten im Rahmen Ihres Anstellungsverhältnisses und in Ihrem Kanton. Mehr Informationen zur rechtlichen Situation in der Schweiz.

Minderjährige – Beschnittene Mädchen erkennen und unterstützen

Als Klassenlehrerin von Y. (15 Jahre) mache ich mir Sorgen. Das Mädchen fehlt oft einmal im Monat, nimmt nur ungern am Sportunterricht teil und ist im Unterricht schon zweimal in Ohnmacht gefallen.

Wie kann ich wissen, ob ein Mädchen vielleicht beschnitten ist und was kann ich tun?

Welche Indikatoren weisen darauf hin, dass eine Beschneidung möglicherweise bereits passiert ist? (Liste nicht abschliessend)

  • Das Mädchen stammt aus einem Land, einer Gruppe, einer Familie, die FGM/C praktiziert. Wo wird FGM/C praktiziert?
  • In der Familie wird FGM/C praktiziert (die Mutter, Schwester oder Cousine ist beschnitten; der Vater kommt aus einer Familie, die FGM/C praktiziert).
  • Gesundheitliche Probleme als Folgen der Beschneidung. Bei Kleinkindern: Blutverlust; Wunde an der Vulva; Schmerzen beim Wasserlassen; Schmerzen beim Wickeln. Bei älteren Mädchen oder jungen Frauen: Häufiger und langer Gang auf die Toilette; Schmerzen und Absenzen während der Menstruation, plötzliche Verweigerung der Teilnahme an gewissen sportlichen Aktivitäten aufgrund von Schmerzen; Weigerung, eine Gynäkologin aufzusuchen; Probleme beim Gehen, Sitzen oder Stehen.
  • Das Mädchen ist länger abwesend oder krank ohne ärztliche Bescheinigung.
  • Das Mädchen wird abgeschirmt.
  • Das Verhalten des Mädchens ändert sich.
  • Das Mädchen erwähnt spezielle Behandlung (im Herkunftsland/Ausland) und das Verbot, darüber zu sprechen.
  • Betroffene sprechen FGM/C oft nicht direkt an.

Wie weiter?

Wissen: Informieren Sie sich und holen Sie sich fachliche Unterstützung bei den regionalen und nationalen Anlaufstellen des Netzwerks gegen Mädchenbeschneidung Schweiz.

Ansprechen: Je nach Situation, ihrer Rolle als Fachperson und der Beziehung zum Mädchen und zu den Eltern sprechen Sie das Mädchen und/oder die Eltern darauf an. Dabei sollten Sie zuerst zuhören und eine Vorverurteilung vermeiden. Jeder Fall ist anders. Als Fachperson signalisieren Sie Unterstützung und Gesprächsbereitschaft.

Ziel des Gesprächs: Das Wohl des Kindes steht im Zentrum. Versuchen Sie deshalb, eine Vertrauensbeziehung mit den Eltern aufzubauen und so die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zu fördern. Ziel muss sein, Eltern und Familien darin zu bestärken, ihre Töchter vor FGM zu schützen. Dabei kann es auch darum gehen, Unterstützung anzubieten für den Umgang mit Druck aus der erweiterten Familie (auch aus dem Herkunftsland), die Tochter beschneiden zu lassen. Sollte sich herausstellen, dass das Mädchen bereits beschnitten ist, steht in einem ersten Schritt die Gesundheitsversorgung und Unterstützung des Mädchens im Zentrum. Lokale Anlaufstellen können dabei Unterstützung bieten.

Inhalt des Gesprächs: In einem Gespräch sollten Sie unter anderem vermitteln,…

… dass Sie sich Sorgen um das Mädchen machen.

… dass FGM/C in der Schweiz als eine Körperverletzung und Kindeswohlgefährdung verstanden wird.

… dass jede Form von FGM/C in der Schweiz und in den meisten Ländern verboten ist. FGM/C ist in der Schweiz auch strafbar, wenn sie im Ausland durchgeführt wird.

… dass Erziehungsberechtige ihre Fürsorgepflichten verletzen, wenn sie ein Mädchen nicht vor einer Beschneidung schützen (wenn zum Beispiel das Mädchen beim Besuch bei Verwandten im Herkunftsland beschnitten würde).

… dass FGM/C gravierende gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann.

… dass Sie, wenn Sie weitere Schritte/Abklärungen planen, diese den Eltern und/oder dem Mädchen transparent kommunizieren.

MultiplikatorIn beiziehen: Ziehen Sie für Gespräche wann immer möglich eine Multiplikatorin oder eine interkulturelle Vermittlerin bei, die  zum Thema FGM/C geschult ist. Die nationalen Anlaufstellen können Sie mit solchen MultiplikatorInnen in Kontakt bringen.

Kindeswohlgefährdung: Als Fachperson handeln Sie wie bei anderen Formen von Kindeswohlgefährdung oder häuslicher Gewalt: Wenn sich der Verdacht einer Beschneidung erhärtet, nehmen Sie Kontakt mit der lokalen Kinderschutzgruppe auf und/oder machen eine Gefährdungsmeldung an die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB). Informieren Sie sich über die Handhabung des Amts- und Berufsgeheimnisses sowie Melderechte und -pflichten im Rahmen Ihres Anstellungsverhältnisses und in Ihrem Kanton. Mehr Informationen zur rechtlichen Situation in der Schweiz.

Im Notfall

Als Sozialarbeiterin betreue ich eine Familie, bei der die Behörden derzeit abklären, ob ihre sechsjährige Tochter gefährdet ist, demnächst beschnitten zu werden. Nun erfahre ich, dass die Mutter mit der Tochter am nächsten Tag ins Ausland reisen will.

Was kann ich in einer Notfall-Situation tun?

Besteht für das Mädchen eine unmittelbare Gefahr, dann kontaktieren Sie die lokale Kinderschutzgruppe, die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) oder die Polizei. Solche Situationen, die ein dringendes Eingreifen erfordern, sind jedoch selten.

Dos & Don’ts

Als Fachperson fühle ich mich unsicher und weiss nicht, ob und wie ich das Thema weibliche Genitalbeschneidung (FGM/C) ansprechen soll?

Was muss ich berücksichtigen, wenn ich mit (potentiell) Betroffenen über FGM/C spreche?

Orientierung am Einzelfall

Einerseits sollte eine Fachperson versuchen, möglichst alle Betroffenen und Gefährdeten zu erreichen, um sie zu unterstützen und zu schützen. Gleichzeitig sollten nicht alle Familien aus bestimmten Herkunftsländern unter Generalverdacht gestellt werden. Nicht alle Frauen und Mädchen aus Ländern, in welchem FGM/C praktiziert wird, sind beschnitten oder gefährdet.

Es ist ein Tabu

Das Thema unterliegt einer starken Tabuisierung, es geht um Sexualität, um den weiblichen Körper und um Gewalt. Das heisst, der Umgang damit erfordert Sensibilität.

Das Setting muss stimmen

Für ein Gespräch braucht es eine vertrauensvolle Atmosphäre und genügend Zeit. Sprechen Sie das Thema FGM/C wann immer möglich im Rahmen ähnlicher Themen an (zum Beispiel Gesundheit, Sexualität, Schwangerschaft und Geburt, Erziehung, Kindesschutz, Gewalt).

Informieren Sie sich

Wichtig ist, dass Sie wissen, wo Sie sich informieren, unterstützen und beraten lassen können. Die nationalen Anlaufstellen des Netzwerks gegen Mädchenbeschneidung Schweiz nehmen Ihre Anfrage gerne entgegen. Sie müssen nicht unbedingt zur FGM/C-Expertin oder zum FGM/C-Experten werden; vielmehr geht es darum, dass Sie eine Vermittlungsfunktion übernehmen und den Zugang zu Unterstützung und Schutz ermöglichen.

Handeln Sie nicht im Alleingang

Es ist wichtig, dass auch Ihre Institution eine klare Haltung und Vorgehensweise im Umgang mit FGM/C hat. Besprechen Sie den Einzelfall in ihrem Team und mit Vorgesetzten.

Reflektion der eigenen Haltung und Rolle

Das Thema FGM/C kann bei Fachpersonen starke Emotionen hervorrufen. Diese Emotionen haben aber im Gespräch mit Betroffenen keinen Platz. Bleiben Sie sachlich und professionell und führen Sie das Gespräch mit Respekt und auf Augenhöhe. Kommunizieren Sie dabei klar, dass FGM/C in den meisten Ländern, auch in der Schweiz, verboten ist. Mehr Informationen zur Gesetzeslage.

Gesprächseinstieg

Die folgenden Beispiele erleichtern es, in ein Gespräch über FGM/C einzusteigen:

  • «Ich habe gehört, dass in Ihrem Herkunftsland, die Beschneidung von Mädchen praktiziert wird. Ist dies dort wo Sie herkommen auch Tradition?»
  • «Gab es bei der Geburt Ihres Kindes/Ihrer Kinder Schwierigkeiten?»
  • «Ich mache mir Sorgen um Ihre Tochter…»

Die richtigen Worte finden

Wenn Sie mit Menschen aus praktizierenden Gemeinschaften über das Thema sprechen ist es besser, den Begriff «Mädchenbeschneidung» zu gebrauchen. Dieser ist weniger wertend als der Begriff «Genitalverstümmelung». Zudem sehen sich viele beschnittene Frauen nicht als verstümmelt an. Alternativ kann auch der Begriff «Ritual» oder der Begriff aus der jeweiligen Sprache der betroffenen Person verwendet werden. Fragen Sie gegebenenfalls eine Dolmetscherin nach dem geläufigen Begriff.

Eine MultiplikatorIn beiziehen

Ziehen Sie für Gespräche wann immer möglich eine Multiplikatorin,oder eine interkulturelle Vermittlerin bei, die  zum Thema FGM/C geschult ist. Die nationalen Anlaufstellen können Sie mit solchen MultiplikatorInnen in Kontakt bringen.

In der Gruppe darüber sprechen

Ich unterrichte Integrationskurse für Flüchtlingsfrauen. Dabei sind viele Frauen dabei, die möglicherweise beschnitten sind.

Soll ich das Thema FGM/C im Unterricht ansprechen?

Sie können FGM/C auch in einer Gruppe ansprechen, wenn es im Zusammenhang mit ähnlichen Themen geschieht (zum Beispiel mit Gesundheit, Sexualität, Sexualpädagogik, Schwangerschaft & Geburt, Erziehung, Kindesschutz, Gewalt).

Eine stigmatisierende Auswirkung auf einzelne Gruppenmitglieder muss dabei jedoch verhindert werden. Wenn nur einzelne in der Gruppe potentiell betroffen sind, dann braucht es sehr viel Fingerspitzengefühl. Das Thema in einer Schulklasse anzusprechen ist besonders heikel, da sich eine falsche Herangehensweise aufgrund des Alters und des schulischen Umfeldes besonders stigmatisierend auf betroffene Mädchen und Frauen auswirken kann.

Für Präventionsveranstaltungen können MultiplikatorInnen beigezogen werden.

Männer involvieren

Ich arbeite in der HIV/STI-Prävention und bin immer wieder in Kontakt mit Männern aus Gemeinschaften, in denen FGM/C praktiziert wird.

Soll ich FGM/C mit den Männern thematisieren?

Männer in betroffenen Gemeinschaften wissen oft nur sehr wenig über FGM/C; die Praktik wird als «Frauensache» gesehen. Männer sind als (zukünftige) Ehemänner und Väter jedoch auch von FGM/C betroffen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung beziehungsweise Überwindung von FGM/C. Männer müssen folglich in die Diskussionen einbezogen werden. Nur wenn auch die Männer gut informiert sind, können sie ihre beschnittenen Frauen besser verstehen und unterstützen und ihre Töchter vor einer Beschneidung bewahren. Für Präventionsveranstaltungen mit Männern können Multiplikatoren beigezogen werden.